30 Exokometen im Sternsystem Beta Pictoris entdeckt

Rund 63 Lichtjahre sind die neu entdeckten Exokometen von der Erde entfernt. Ihre Größe gibt Rückschlüsse darauf, wie Kometen in unserem Sonnensystem entstehen.

Gleich 30 Kometen auf einen Streich haben Astronominnen und Astronomen im rund 63 Lichtjahre von der Erde entfernten Sternsystem Beta Pictoris entdeckt. Die Exokometen sollen in etwa so groß wie die Kometen in unserem Sonnensystem sein – ein Hinweis darauf, dass ähnliche Prozesse bei der Entstehung von Kometen am Werk seien. Das schreibt das Team um Alain Lecavelier des Etangs von der Pariser Sorbonne Université im Fachmagazin »Science Reports« .

Für die Kometenjagd nutzten die Forschenden das Weltraumteleskop TESS. Sie werteten Daten aus, die TESS in einem Zeitraum von 2019 bis 2021 von Beta Pictoris gesammelt hatte. So machten sie insgesamt 30 Exokometen aus, die ihre Spuren im Licht des Sterns hinterlassen hatten. Dessen Helligkeit ändert sich geringfügig, wenn ein Komet samt staubigem Schweif vor ihm vorüberzieht.

Anhand dieser kleinen Verdunkelungen konnten die Forschenden auf die Größe der Exokometen schließen. Die Kerne der Exokometen sollen demnach Durchmesser von 3 bis 14 Kilometern aufweisen. Eine ähnliche Größenverteilung findet sich auch bei den Kometen in unserem Sonnensystem. Und das würde wiederum folgern lassen, so das Forscherteam, dass all diese Himmelskörper auf vergleichbare Art und Weise entstanden seien – nämlich durch Kollisionen und durch das Auseinanderbrechen größerer Objekte.

Beta Pictoris selbst ist mit rund 20 Millionen Jahren als zweithellster Stern im Sternbild Maler vergleichsweise jung. Noch ist der zweithellste Stern im Sternbild Maler daher von einer Gas- und Staubscheibe umgeben, in der es mindestens zwei Planeten gibt. Das für die Astronomie ungemein Praktische an diesem Sternsystem ist seine Geometrie: Von der Erde aus gesehen präsentiert es sich fast genau von der Seite.

Das bedeutet, dass Astronominnen und Astronomen Objekte, die vor diesem Stern vorüberziehen, gut beobachten können – unter anderem Kometen. Die Himmelskörper verraten sich durch einen Schweif aus Gas und Staub, den sie entwickeln, wenn sie sich ihrem Stern nähern und dadurch erwärmt werden. Da so das Licht des Sterns selbst verändert wird, können Forschende indirekt auf die Kometen schließen – obwohl diese selbst nicht von der Erde aus sichtbar sind.

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