Haie: Kaltes Wasser machte Megalodon groß

Der riesige Hai beflügelt die Fantasie vieler Menschen. Nun deutet eine Studie an, wo die größten Exemplare des Raubfisches geschwommen sein könnten.

Leider existiert vom Megalodon kein komplettes Skelett. Fossile Zähne und Wirbel deuten jedoch auf gigantische Dimensionen hin, die der Hai erreichte: Mindestens 15 Meter konnte Otodus megalodon lang werden, manche Fachleute gehen sogar von 20 Metern von der Nasen- bis zur Schwanzspitze aus.

Dabei unterlag der Hai wahrscheinlich der Bergmannschen Regel, vermutet ein Team um Kenshu Shimada von der DePaul University in Chicago im Journal »Historical Biology«: In höheren und damit kühleren Breiten werden Tiere größer als Artgenossen oder verwandte Arten in den Tropen.

Für ihre Studie untersuchten Shimada und Co die Aufzeichnungen von Megalodonfunden und aus den Fossilen abgeleiteten Größen von der geografischen Breite des Fundorts zum Zeitpunkt, als die Tiere starben. Einige der Lagerstätten galten als eine Art Kinderstube der Haie, weil die versteinerten Zähne auf kleine Exemplare hindeuteten. Diese Gebiete lagen jedoch nahe dem Äquator, während größere Zähne und damit auch größere Megalodone in kühleren Regionen dominierten.

»Es ist immer noch möglich, dass O. megalodon bestimmte Gebiete aufgesucht hat, um dort Nachwuchs zu gebären. Unsere Studie zeigt jedoch, dass fossile Fundorte mit kleineren Megalodonzähnen eher darauf zurückzuführen sein könnten, dass einzelne Haie wegen des wärmeren Wassers kleiner geblieben sind«, sagt Koautor Harry Maisch von der Fairleigh Dickinson University in New Jersey. »Die gängige Vorstellung, dass die Art 18 bis 20 Meter Länge erreicht, sollte vor allem auf Populationen zutreffen, die in kühleren Umgebungen leben«, ergänzt Shimada.

Die vom deutschen Biologen Carl Bergmann Mitte des 18. Jahrhunderts eingeführte Regel besagt verallgemeinernd, dass größere Tiere in kühleren Klimazonen besser gedeihen, weil sie auf Grund ihrer Größe die Wärme besser speichern können als Tiere mit kleineren Körpern. Eisbären sind deshalb größer als die Lippen- oder Kragenbären aus den Tropen.

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